Kate Walters – flesh and stars

comments 6
große Vorbilder - colleagues I adore / Interviews / Künstler - artists / Natur - nature / Text - text
hind carries child_ ⓒ Kate Walters
what is in my heart_ ⓒ Kate Walters

what is in my heart_ ⓒ Kate Walters

14-03-2013

Kate Walters – flesh and stars – zwischen Himmel und Erde

see english version below

***

Wie über so viele Dinge in den letzten Monaten, bin ich über Kate Walters Arbeiten bei meinen ausgedehnten Streifzügen durch die Weiten des Internets gestolpert. Ich war auf Bildersuche und sah plötzlich dieses Tier auf dunklem Grund. Geheimnisvoll, vage und von einer seltsamen Stille. Ihre Arbeiten berühren und bewegen mich sosehr, daß ich sie heute und hier gerne vorstellen möchte. Und das mit Ihrer persönlichen Erlaubnis – herzlichen Dank – Kate Walters.

 Vermutlich ist es wirklich genau, wie sie sagt, man kann ihre Arbeit nicht auf akademischem Weg vermessen oder erklären. Sie nimmt keinen begründeten Platz ein, in einer zeitlichen Abfolge kunsthistorischer Errungenschaften. (Vielleicht noch nicht). Entweder wir finden Zugang zu ihren Bildern, sie sprechen zu uns, oder sie bleiben stumm.

Für mich hatte Kates Arbeit von Anfang an etwas von einem stummen Singen, einem Summen. Der brauen Grund ihrer Bilder ist die Erde, das Fleisch, wie sie sagt. Sie vibriert in den verschiedensten Farbnuancen und daraus hervor, brechen ihre Figuren, ihre Gestalten, die exotischen Exemplare ihrer Träume. Fleisch vom Fleisch. Figuren, die aus der Erde herauszuwachsen scheinen, mit ihr verbunden sind und sich gegen den Himmel recken. Kate bezieht ihre Inspirationen nicht nur aus der italienischen Kunst des 14.Jhds, sondern auch aus unserer Natur, die uns scheinbar selbstverständlich jeden Tag umgibt. Sie beschäftig sich mit dem Gedankengut indigener Völker, mit deren Art im Leben zu stehen und auf das Leben zu blicken… Und sie sieht in diesem Blick, mit ihre Arbeit, einen Weg, den Menschen, mit der Natur, aus der er ursprünglich kommt, wieder in Balance zu bringen. Allein, für sie ist diese Balance mehr, als die Frage nach der Balance eines komplexen Ökosystems. Für sie ist sie eine Frage der Lebensführung und der Geisteshaltung. Jedes Ding in unserer Welt, sagt sie, hat seinen Platz, seine Geschichte und ist auf seine ganz eigene Art heilig. Und so lauscht sie in ihren Visionen in die Welt hinaus, nach dem Gewebe des Großen-Und-Ganzen, um uns, und die Dinge um uns, wieder an ihren ursprünglich gedachten Platz zurückzustellen. Bindet uns wieder ein, zwischen der Erde und dem Himmel.

Dieser Moment ist für sie ein ganz besonderer, den sie in ihrer Arbeit einzufangen, ja fassbar zu machen versucht. Ein Moment der Stille, der Süße und des Einsseins. Des Friedens, der Hingabe und der Harmonie. Auf daß der Betrachter innehalte, sich berühren lasse und sich sehnsuchtsvoll als wieder eingebunden begreift in den ewigen Kreislauf der Dinge.

Kate Walters empfindet sich mit ihrer Arbeit als eine Art „Außenseiter“ im Kunstbetrieb der Gegenwart. Und wenn ich mir die vergangenen Diskussionen über Rinderhäften und Kristallschädel vergegenwärtige, scheint dies auf den ersten Blick auch so zu sein. Aber, zu unser aller Wohl, hoffe ich, auf die Tage die da kommen. Und ich hoffe, daß „Außenseiter“ wie Kate Walters in den kommenden Jahren die Regel sein werden.

Mehr dazu im Interview auf Kates homepage:

http://www.katewalters.co.uk/main.html

http://www.katewalters.co.uk/blog/

***

Text- Tanja M Ernst / englische Übersetzung – Karen Lorenz

the secret worth a thousand_ ⓒ Kate Walters

the secret worth a thousand_ ⓒ Kate Walters

14-03-2013

Kate Walters – flesh and stars – zwischen Himmel und Erde

***

Amongst other things happening in the past few months, I came across the work by Kate Walters when I researched the internet. I was browsing through images when suddenly I saw this animal on dark background, mysterious, ambiguous, and of unusual stillness. Her work touched and moved me so strongly that I would like to take up the opportunity and introduce her, and thank Kate for kindly agreeing to do so.

I guess it must be, as often mentioned, that her work cannot be explained or fathomed in an academic way of thinking. She does seem to conform to any established position within a succession of art historical achievements. (Though something possibly yet to come) The work will speak to us if we find the way, if not though, it might remain silent.

From the very beginning I could sense a certain quality in Kate’s work, like quietly singing, or a gentle humming. The dark surface of the paintings and drawings are like the earth, like the flesh of the body, she says. It vibrates subtle colours from which her figures, her beings, her extraordinary dreams of flesh and bodies, growing from and deeply rooted into the earth, are striving towards heaven.  Kate finds inspiration from early Renaissance Italian art, mainly 14th century, and from the natural environment we live in.  She is also interested in the tradition of Indigenous people, their way of seeing and honouring life; their way of being, and being rooted in the natural world. It is through this vision that Kate’s work strives for a balance between man and nature, the very foundation from which human beings emerge.  For her the quest goes beyond questioning complex ecological systems. The balance is about life itself, our conscious attitude towards life and the way we regard and respect life. Everything in this world, Kate says, has its place, its history, is unique and sacred. So her vision reaches out to the world at large in an endeavour to guide us back to the place once held for us, between earth and sky. There is a particular moment her work seeks to convey; a moment of stillness and the joy of connectedness; a moment of tranquility, mindfulness and devotion. May the viewer be captivated, touched, and long to submerge once more in the higher order.

Within the context of the contemporary art scene Kate Walters considers her position and work as something of an outsider, although she considers it vital that her work is shown within this field. When I recall previous discussions about pickled cows and crystal skulls her view makes sense to me. Yet for our own sake I do anticipate better days: when outsiders like Kate become the norm.

You find more on this in an interview  on Kate’s website

http://www.katewalters.co.uk/main.html

http://www.katewalters.co.uk/blog/

***

text – Tanja M Ernst  / translation – Karen Lorenz

ⓒ Kate Walters

ⓒ Kate Walters

The Author

Tanja Maria Ernst is a German-based artist - she writes about her work an inspirations.

6 Comments

  1. andrea says

    Der KÜNSTLER selbst OFFENbart dem MENSCHen die für die KUNST OFFEN sind…seine SEELE…ich wünsche dir ein schönes OsterFEST…LG ANDREA:))

    • … interessanter Weise sieht Kate ihre Arbeit nicht so sehr als den Spiegel ihrer eigenen Seele, sondern sie sieht sich als Medium. Sie macht Dinge sichtbar… in ihrem Interview spricht sie von „hollow bone“, einem Begriff den sie dem Vokabular indigener Völker entliehen hat. Ein Resonanzkörper, oder eine Trommel, die man schlägt, um Geschichten zu erzählen… Dir auch ein schönes Osterfest! lg Tanja

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s