über die Buddha Flut…

comments 14
Kunstgeschichte - history of art / Reisen - trip / Text - text
Blind children examining Buddha_Sunderland_Museum_1913 _ ⓒ Wikimedia

Blind children examining Buddha_Sunderland_Museum_1913 _ ⓒ Wikimedia

01-05-2013

Ich weiß nicht, ob sich jemand von Ihnen schon einmal gefragt hat, wann denn diese Flut billiger, gegossener Buddha Figuren Einzug gehalten hat, in all jene Gartenmärkte, Möbelhäuser, Dekorationsgeschäfte und Schönheitssalons. Kürzlich stand ich in einem Gartenmarkt. Vermutlich kennen Sie das Phänomen, daß Dinge, die man im Alltag allzu selbstverständlich betrachtet, irgendwann völlig unsichtbar werden. An jenem Tag, in jenem Gartencenter, war nun, durch die Neugestaltung aller Räume, eine völlige Desorientierung aufgetreten, die gleichzeitig, alles ursprünglich unsichtbare, schlagartig sichtbar machte. So stand ich plötzlich vor einer riesigen Auswahl von Buddha Statuen, in den unterschiedlichsten Größen und Gestaltungsvarianten. Ich stand da, ein wenig ratlos, vor den göttlichen, nahm einen von ihnen in die Hand, wog ihn ein wenig, überrascht von so geringem Gewicht bei enormer Größe, diagnostizierte einen Guss und stellt ihn, zögernd und ein wenig unschlüssig, zurück zu seinen Kameraden ins Regal. Niemand nahm groß Notiz uns beiden. Andere Einkäufer waren zu diesem Zeitpunkt mit Weidenkätzchen, Spaten und Keramik-Hasen beschäftigt. Es war zwei Tage vor Ostern…

***

Seither frage ich mich… wann hat das begonnen? Wo hat das begonnen? Ich versuche mich zu erinnern, wann ich das erste Mal mit Buddha oder Buddhismus in Kontakt gekommen bin. Haben Sie sich je gefragt, wer ihrer Freunde, den ersten im Garten stehen hatte? Und warum?

Ich vermute, den ersten Kontakt mit Buddhismus hatte ich, wenn man einmal die schulischen Lektionen über die Weltreligionen ausnimmt, durch meine Lektüre von Hesses Büchern in meiner frühen Jugend. Was auch sonst, in diesem Alter und was auch sonst, wenn man so nahe bei Calw aufwächst. Herr Hesse stimulierte nicht nur unseren jugendlich-feinen Sinn für gesellschaftliche Ungerechtigkeiten, sondern er weckte auch mein Fernweh, durch seine Indienreise, seine Morgenlandfahrt und natürlich auch durch seinen Siddhartha. Obwohl ich zu meiner Schande gestehen muß, daß ich damals offensichtlich die Verbindung zwischen Siddhartha und DEM Buddha nicht herstellen konnte.

Stamaba views with other relics in Chittorgarh Fort, India 1903_ ⓒ Wikimedia

Stamaba views with other relics in Chittorgarh Fort, India 1903_ ⓒ Wikimedia

Danach folgte eine lange Zeit des Schweigens zwischen uns. Eine Zeit, in der ich mich mehr um die Zusammensetzung von Legierungen und die Klassifizierung von Diamanten zu kümmern hatte. Wenig Platz für Religion oder Philosophie also. (Interessant übrigens:  ich habe erst kürzlich wieder von einem ehemalig buddhistisch ordinierten Mönch vernommen, daß der Buddhismus von Praktizierenden nicht als Religion, sondern als Geisteshaltung gesehen und gelehrt wird…)

Wäre ich zu diesem Zeitpunkt der Weltenbummler gewesen, der ich immer träumte zu sein, hätte ich vermutlich schon längst eine sehr intensive und persönliche Begegnung mit IHM gehabt. In den Jahren, als ich meinen Abschluß an der Schule machte, war es enorm hipp, mit dem Rucksack auf Europa-Schienen-Reise zu gehen, oder in ferne Länder zu pilgern. In denen es vorzugsweise sehr viele Elefanten gab. So waren auch Freunde von uns in Indien und berichteten Exotisches, wie Erschreckendes gleichermaßen.  Ich kann nicht genau sagen, warum ich ihnen nicht gefolgt bin. Warum ich in dieser Zeit pflichtschuldig meine erste Ausbildung im Schnellschritt absolvierte und möglichst früh finanziell auf eigenen Füßen stehen wollte…

Ich kann mich nur erinnern, daß ich mich immer etwas gruselte, wenn ich an den Horden orangefarbener Menschen vorbeimarschierte, die singend und betend die Innenstädte bevölkerten und scheinbar harmlos und mildtätig ihre Bücher unter die Passanten verteilten. Bhagwanis oder Hare Krishnas nannten wir sie damals. Sie hatten einen sektirerischen Ruf und wir erzählten uns schon als 16-jährige mit leichter Gänsehaut, hinter vorgehaltener Hand, Geschichten über den angeblichen Bhagwan Osho, angeblicher Besitzer einer Diskothek in unserer Stadt. Von Gehirnwäsche wurde gemunkelt und von protzig dicken Limousinen, die sich der Herr leistete… (Die Geschichte mit den Limousinen erinnert mich heute, lustiger weise, an ein aktuelles Gerücht, das von Ai Weiwei und seiner Liebe zum Rolls Royce handelt… doch ich schweife ab…)

Osho Rajneesh Drive-by in Rajneeshpuram_ ⓒ_ Kossatz_ Wikimedia_

Osho Rajneesh Drive-by in Rajneeshpuram_ ⓒ_ Kossatz_ Wikimedia_

Diesen rotorange gewandeten Menschen, ist es vermutlich zu schulden, daß ich mich in den damalige Jahren, mit entsprechenden Themen wenig bis gar nicht auseinandergesetzt habe. Der Ursprung der „Bhagwanis“ lag auch damals schon eindeutig in Indien. Und machte also das gesamte Land an sich für mich verdächtig. Daß Bhagwan mit seinen zweifelhaften Praktiken, seinen Verhaftungen und Straftaten auch seinem Heimatland Bürde und Dorn im Auge gleichermaßen war, ging damals völlig an mir vorbei.

Doch ich war nicht die einzige. Von meinem Mann weiß ich, daß er von einem Schulfreund, damals, die Bhagavad Gita geschenkt bekam. Und das Geschenk mit flauem Gefühl in der Magengrube im Bücherschrank versenkte – für schlappe 25 Jahre. Kürzlich habe ich hineingelesen und beschämt festgestellt, daß ich nichts anderes in Händen halte, als die Bibel der Hindus. Eine Sammlung religiöser Texte, die vom Zwiegespräch Krishnas mit seinem Schüler Arjuna erzählen…

Doch zurück zum Buddha. Trotz aller Skepsis glaube ich heute, daß es genau diese Generation von damaligen Teenagern ist, die heute, gut vierzigjährig, in Gartenmärkten Buddha-Figuren einkauft, wie ihre Eltern zuvor, die Gartenzwerge. Ich gehöre zu einer Generation, die sich auch in den religiösen Symbolen deutlich von der Generation ihrer Eltern abzuheben wünscht. Und so sind uns manche dieser importieren Götterfiguren auf seltsame Art und Weise vertrauter, als das bei uns einst beheimatete Kruzifix…

Zumindest können wir uns darauf verlassen, daß ein Ganesha oder ein Buddha in einer durchschnittlichen deutschen Wohnung heute für weniger Aufsehen und Rückfragen sorgt, als es ein christliches Bildnis vermutlich tun würde. Seltsam, denke ich so bei mir, wo wir doch über den Ursprung und die Geschichten aus diesen, immer noch so fernen Welten, oft so wenig, oder gar nichts wissen. Also beschließe ich wieder einmal das Netz zu Rate zu ziehen:

***

Buddha  ⓒGreg Wills_ Wikimedia

Buddha ⓒGreg Wills_ Wikimedia

Das Wort Buddha kommt aus dem indischen Sanskrit…

und bedeutet in seiner ursprünglichsten Form: der Erwachte. Ein Buddha ist ein Wesen, der Zeit seines Lebens alle Fesseln menschlichen Daseins abgeworfen hat und das in ihm vorhandene, volle Potential entfaltet hat. Er ist von vollkommener Weisheit, von unendlichem Mitgefühl, er hat Nirvana für sich verwirklicht und damit den Kreislauf der Reinkarnationen zu Lebzeiten durchbrochen. Die buddhistische Tradition geht nicht von einem einzelnen Buddha aus, sondern von verschiedenen Wesen, die in zeitlicher Folge auf Erden vollständig erwachen können.

Die im europäischen Raum wohl bekannteste Buddha Figur ist Siddhartha Gautama, der vermutlich einer indischen Adelsfamilie entstammte und zwischen 500 und 400 v. Chr. geboren wurde. Er gilt als Begründer des Buddhismus. Siddhartha wurde von seinem Vater für die Regentschaft seines Reiches vorgesehen, obwohl schon bei der Geburt des Kindes prophezeit wurde, daß aus diesem Jungen ein wichtiger religiöser Führer werden würde. Der Prinz wurde daraufhin ausschließlich bei Hofe erzogen und kam mit der Außenwelt kaum in Kontakt. Im Alter von 29 Jahren soll er sich dann doch in die Welt hinauswagt haben. Die Legende erzählt, er habe dort einen Kranken, einen Alten, ein Leichnam und ein Asketen gesehen. Daraufhin habe er Familie und Hof verlassen, um eine Antwort auf die Frage zu finden, wie sich der Mensch vom irdischen Leid befreien könne. Viele Jahre wanderte er, und ließ sich in den yogischen und asketischen Lehren unterweisen. Doch nachdem er in all diesem Wissen keine Ruhe für sich erfahren hatte, verließ er die traditionellen Lehren und Lebensregeln und übte sich fortan in der Meditation. Im Alter von 35 Jahren soll er unter dem Bodhi Baum zur vollständigen Erleuchtung gelangt sein. Danach soll er 45 Jahre gelehrt haben. Nach seinem Tod fanden sich seine Anhänger zusammen und schrieben auf einem ersten buddhistischen Konzil, seine Reden nieder und einigten sich auf die wesentlichen Regeln der Gemeinschaft.

Die Lehre Siddharthas umfaßt vier „edlen Wahrheiten“, die letztendlich zum „achtfachen Pfad“ führen:

Das Leben im Daseinskreislauf ist leidvoll, die Ursachen des Leidens sind Gier, Haß und Verblendung. Erlöschen diese Ursachen, erlischt das Leiden. Zum Erlöschen des Leidens führt der edle achtfache Pfad. Dieser beinhaltet acht Tugenden:

von der Erkenntnis, von der Gesinnung, vom Handeln, von der Rede, vom Lebenswandel, vom Streben, von der Achtsamkeit und von der Sammlung. Zur Erlangung dieser Tugenden und Erkenntnisse ist die regelmäßige Praxis der Meditation vonnöten, die in der Endphase zu einem weltumspannenden Wissen und Gefühl des Einssein führt, das sich aber dem Verständnis des Kopfes vollständig entzieht. Soviel zum historischen Buddha…

***

Wer sich die Figur eines Buddha vor Augen führt…

wird immer wieder von den verschiedenen Handhaltungen der Statuen überrascht sein. Wie in so vielen Regionen Asiens ist die Handhaltung nicht nur streng ritualisiert, sondern auch in einer Geste mit festgeschriebener Bedeutung erstarrt. Die sogenannte „Mudra“. Die Stellung von Hand und Fingern deutet gewöhnlich eine Tätigkeit an, mit der der oder die Dargestellte im Moment beschäftigt ist.

Buddha von Kamakura Japan_ Mudra der Meditation_ ⓒWikimedia

Buddha von Kamakura Japan_ Mudra der Meditation_ ⓒWikimedia

Die Haltung, die bei Buddha Statuen am häufigsten anzutreffen ist, ist die des Erleuchteten mit gekreuzten Beinen, im sogenannten Lotossitz, meist auf einem Thron aus Lotosblüten ruhend. (Im Buddhismus steht der Lotos symbolisch für die Reinheit, weil sich die Pflanze in ihrer vollen Schönheit über den Schlamm des Teichgrundes erheben kann…)

Zusätzlich kann die Buddha Figur verschiedene Haltungen der Hände ausführen, die alle verschiedene symbolische Bedeutungen haben:

Wird die rechte Hand in Brusthöhe angehoben und weist die Handfläche zum Betrachter, spricht man von „Abhaya Mudra“, der Ermutigungsgeste. Sie entspricht einem Segen und ruft zur Furchtlosigkeit auf.

Liegt die rechte Hand auf dem Oberschenkel und weist mit den Fingerspitzen in Richtung Erdboden, die Handfläche zeigt nach innen, spricht man von der Geste der Erdberührung. (Die linke Hand liegt locker im Schoß des Erhabenen, die Handfläche weist gen Himmel.) Diese Geste verweist wie viele andere, auf eine Versuchungsgeschichte aus dem Leben des Buddha. Buddha ruft hier die Erde zur Zeugin, für die Wahrheit seiner Worte.

Dharmachakra Mudra wird auch Prediger Geste genannt. Die Hände befinden sich in Brusthöhe der Figur. Die rechte Handfläche weist nach außen, die linke nach innen. Die rechte Hand scheint die Fingerspitzen der linken abzuzählen. Diese Geste erinnert an eine erste Predigt, in der der Buddha die vier edlen Wahrheiten erläuterte.

Liegen die Hände gefaltet in einander im Schoß, spricht man von Dhyana Mudra, der Meditations Geste. In dieser Haltung soll Buddha zu Lebzeiten unter dem Bohdi Baum gesessen und meditiert haben.

Liegt die rechte Hand hingegen offen auf dem Oberschenkel und weist ihre Handfläche zum Betrachter, meist mit einem Symbol des Rades in der Handfläche, handelt es sich um die Geste der Wunschgewährung oder Gnadenerweisung. Sie steht für das Versprechen des Buddha der Welt das Geschenk der Wahrheit zu machen.

Wird die rechte Hand vor der Brust gehoben, die Handfläche weist nach vorn, Zeigerfinger und Daumen berühren sich, ist dies als Geste der Diskussion zu verstehen.

In manchen Darstellungen ist es wichtig die rechte und linke Hand in ihrer Bedeutung getrennt voneinander zu betrachten.

Der auf der rechten Seite liegende Buddha, mit geschlossenen Augen, der seine Kopf auf die rechte Hand gestützt hält, symbolisiert den Erleuchteten bei seinem körperlichen „Erlöschen“ und dem Eintritt ins Nirvana. Der berühmteste Buddha dieser Art dürfte in Wat Pho, in Bangkok zu sehen sein.

***

Seit über 2000 Jahren werden Buddha Statuen hergestellt…

viele von Ihnen berufen sich bis heute auf einen Katalog von Merkmalen, die in einer indischen Lehrschrift (Lakkhana Sutta) als sicheres äußeres Zeichen eines Buddha oder heiligen Mannes gewertet werden. Zu den Merkmalen zählen unter anderem: schmale Füße und Fersen, schmale Hände, geringe Körperbehaarung, breite Brust, große Ohrmuscheln, ein löwenartiges Kinn, vollständige, gleichmäßige Zähne, dunkle und dichte Wimpern, um nur einige Beispiele zu nennen. (Die gedehnten Ohrläppchen stehen zwar nicht auf dieser Liste, allerdings gehörten zur damaligen Ausstattung eines Prinzen schwere Ohrringe, die mit Sicherheit die Beschaffenheit der Ohren stark verändert haben dürften…)

Darüber hinaus unterscheiden sich die Darstellungen des Erleuchteten stark, je nach der Zeit ihrer Entstehung, genauso wie nach der Gegend, in der sie geschaffen wurden. In der frühesten Periode der buddhistischen Kunst, bis ins 1. Jhd. nach Christus, wurde der Buddha nicht als menschliche Figur dargestellt, sondern stehts repräsentiert, durch Pflanzen oder Gegenstände. So taucht auch hier schon der Lotos auf, der Bodhi Baum oder der Löwe. Auch ein Fußabdruck kann stellvertretend für Buddha stehen. In einigen Regionen, die vom heutige Afghanistan, über Pakistan, bis in eine Region um Delhi reichen, tauchten recht früh die ersten menschlichen, oft stehenden Plastiken auf, die auch eine gewisse Nähe zur hellenistischen Kunst zeigen und uns an die Eroberungszüge Alexanders des Großen in dieser Region gemahnen.

Gandhara Buddha, Pakistan oder Afghanistan, Chicago_ ⓒ Wonderlane_ Wikimedia

Gandhara Buddha, Pakistan oder Afghanistan, Chicago_ ⓒ Wonderlane_ Wikimedia

Die exakte Entwicklung der Gestalt des Buddha läßt sich heute nicht mehr nachvollziehen. Sicher ist jedoch, daß das gewellte Haar und das (beide Schultern) bedeckende Gewand aus der Region Gandhara stammen, die feineren, eng am Körper anliegenden Gewänder (die nur eine Schulter bedecken), sowie der Lotossitz, aus Mathura, sowie die Darstellung des Rades in der Handfläche.

***

Neben den Traditionen im Mutterland Indien…

breitete sich der Buddhismus auch in China, Japan, Korea, Kambodscha, Sri Lanka,Vietnam und Tibet aus. Jedes dieser Länder oder jede dieser Regionen, brachte ihre eigenen Formen und Überzeugungen in die Darstellungen des Buddha mit ein. Die Statuen stehen in Klöstern auf Sockeln, wurden in Felswände aus dem Fels geschlagen, sitzend oder liegend, wurden in Bronze gegossen, oder aus Holz geschnitzt und farblich gefaßt. Die Figuren variieren stark in der Breite des Körpers und Kopfes. Die allermeisten weisen jedoch weiterhin die verschiedenen rituellen Handhaltungen auf. Einige seltene Formen, lösen sich ganz von der symmetrisch aufgebauten Urform. Besonders schön finde ich in diesem Zusammenhang Beispiele aus der chinesischen Song Dynastie, die meist den rechten Fuß seitlich vor dem Körper aufgestellt zeigen, den rechten Arm entspannt über das rechte Knie gelegt. Perfektes Selbstbewußtsein, in perfekter Entspannung. Die größten Buddha Statuen, weltweit, wurden einst im Zentrum von Afghanistan aus dem Stein geschlagen, im Tal von Bamiyan. Sie waren bis zu 53 m hoch und zählten zum Unesco Weltkulturerbe, bis sie 2001 von den Taliban zerstört wurden. Eine der berühmtesten buddhistischen Anlagen dürfte Angkor Wat in Kambodscha sein. Spätestens seit Lara Croft  hier durch die Ruinen sprintete. Allerdings ist Angkor Wat erst seit dem 16. Jhd. ein buddhistischer Tempel und war vermutlich auch davor schon teilweise eine Ruine.

Wie immer in der Kunst, haben Zeiten und Regionen den Erscheinungsformen des Buddha ihren Stempel aufgedrückt. In vielfältigster und unüberschaubarer Manier. Und spätestens hier überlasse ich das Feld getrost den wirklichen Fachleuten. Menschen etwa wie Mark Schuhmacher, der Japanologie und Sinologie studierte und seit 1993 in Japan lebt. Er unterhält eine eigene Seite mit über 4000 Fotos verschiedenster Erscheinungsformen des Buddha. Allein in Japan…

Isurumuniya Buddha, Sri Lanka_ ⓒ Bernhard Gagnon_ Wikimedia

Isurumuniya Buddha, Sri Lanka_ ⓒ Bernhard Gagnon_ Wikimedia

***

Nach buddhistischer Überzeugung…

haben die Menschen die Pflicht, sich um Buddha Statuen und -Figuren so zu kümmern, als handle es sich um ein Mit-Lebewesen. Wir hingegen, empfinden es als Kunstverständnis, Bruchstücke uralter religiöser Skulpturen z.B. in Museen aufzubewahren und zu besichtigen. Dem gläubigen Buddhisten wäre dies unverständlich, da er davon überzeugt ist, daß Buddha Statuen, jedweder Größe, ein individuelles Leben führen. Daher empfindet ein gläubiger Buddhist für eine beschädigte Statue eher Mitgefühl als kunsthistorisches Interesse. Er würde es als seine Pflicht verstehen, die Beschädigung zu beheben oder reparieren zu lassen, wann immer möglich. Auch unabhängig davon aus welcher Zeit die Figur stammt. Gelegentlich werden Buddha Statuen, die man nicht mehr wiederherstellen kann, auch eingemauert, um ihnen so eine würdige Bestattung angedeihen zu lassen.

In der täglichen Praxis wird der Erleuchtet mit farbigen Gewändern bekleidet und mit stets frischen Opfergaben beschenkt. Dazu gehören Wasser und Duftstoffe, Blumen, Früchte, Kerzen und manchmal Gegenstände des Alltags.

***

PS – ich habe mir lange überlegt, ob ich diesen Artikel schreibe oder nicht. Man könnte ihn als religiös geprägt oder missionarisch auffassen… Dies liegt fern von jedweder meiner Absichten. Mir geht es allein darum, die Dinge zu kennen, mit denen wir uns oft so selbstverständlich in unserem Alltag umgeben…. Freuen sie sich am Ihrem Buddha oder woran auch immer, und vor allem an Ihrer religiöser Toleranz. Mit freundlichen Grüßen t

***

Informationen und Quellen:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-85913023.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Osho

http://de.wikipedia.org/wiki/Buddha-Statuen_von_Bamiyan

http://de.wikipedia.org/wiki/Buddha

http://de.wikipedia.org/wiki/Siddhartha_Gautama

http://de.wikipedia.org/wiki/Vier_Edle_Wahrheiten

http://de.wikipedia.org/wiki/Edler_Achtfacher_Pfad

http://de.wikipedia.org/wiki/Buddhistische_Kunst

http://www.artelino.eu/de/artikel/buddhism/200-lotus-flower-buddhism.html

http://www.bernhardpeter.de/Indien/Sonstige/seite376.htm

http://www.buddhas.ch/user/files/Mudras%20-%20Handstellungen%20des%20Buddhas.pdf

http://www.buddhas-online.com/mudras.html

http://www.bernhardpeter.de/Birma/seite98.htm

http://www.thaipage.ch/autor/stevens/buddhismus/buddha_bildnisse.php

http://de.wikipedia.org/wiki/Buddhistische_Kunst

http://www.onmarkproductions.com/html/family-tree.shtml#.UYOuZpWMM18

http://de.wikipedia.org/wiki/Angkor_Wat

http://www.onmarkproductions.com/html/family-tree.shtml#.UYOuZpWMM18

http://watthaigoetzenhain.npage.de/buddha-figuren.html

***

The Author

Tanja Maria Ernst is a German-based artist - she writes about her work an inspirations.

14 Comments

  1. Hallo Tanja! Ich denke, dass die Buddhas für viele in religiöser Hinsicht eher neutral sind, also kein Glaube dahinter steht. Vielmehr sind sie Symbol für etwas Gutes, Friedliches, Beruhigendes. Die haben einfach ein gutes Image und wie Du ja so schön angemerkt hast – das hatte der Gartenzwerg auch mal. Der ist inzwischen aber old school und was für Spießer. Sich ein Männlein in die Wohnung zu stellen, gehört wohl zur Natur des Menschen (Nussknacker im Winter und wie Follygirl ja beschrieben hat Feen, Engel usw.). Liebe Grüße Franziska

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s