bei der Arbeit 04 – at work 04

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schrein02Due to preparations for the art fair in Karlsruhe -I apologise for not having time to do translations.

Jede Arbeit, die mir wichtig ist, durchläuft eine Phase im Arbeitsprozess, die für mich sehr unangenehm ist. Ich würde sie mal flapsig als „Aschenputtel-Phase“ bezeichnen. Meist steht sie sehr uneingeladen vor der Tür, wenn etwa zwei Drittel der Arbeit getan ist. Fast alle Bildpartien sind angelegt, aber nun geht es darum, die Arbeit nicht nur in ihrer Kontrastbreite nach vorn zu bringen, sondern auch in ihrer Farbtiefe. Im Aquarell ist das so eine Sache. Die Bildteile müssen 100% trocken sein und – man muß die Eigenschaften seiner Farben ziemlich gut kennen. Die Produkte mancher Firmen lassen sich durch Wasser leichter anlösen als andere…

Doch der eigentlich schmerzhafte Schritt ist, wirklich gute Bildpartien zugunsten von anderen zu opfern. Sie werden übermalt und verschwinden daher Stück für Stück im Hintergrund, oder in einem dunklen Farbraum. Zum Glück geht die Arbeit (oft mehrerer Tage) dadurch meist nicht vollständig verloren, aber sie verliert an Wichtigkeit. Viele Kreative, ob Schriftsteller oder Maler nennen diesen Arbeitsschritt „kill your Darlings“. Beim Aquarell kommt zusätzlich die Schwierigkeit hinzu, daß durch Lasuren und Waschungen – also dem wiederholten Abheben von Farbe, die Kontraste verloren gehen. Danach wirkt die Arbeit flach und oft auch ein wenig grau. Hier gilt es die Nerven zu behalten und unbeeindruckt weiter zu malen.

schrein01

 


 

An diesem Punkt müssen diese Bildteile im Hell-Dunkel nachgezogen werden. Sobald dies geschafft ist, wird die Arbeit mit den nötigen kräftigen Farbkontrasten versehen. Diese Zeit zu überstehen ist manchmal nicht ganz einfach. Ich weiß nicht, ob es anderen Künstlern auch so geht, aber manchmal fühlt sich die Aschenputtel-Phase an wie ein Unfall. Etwas Unvorhergesehenes ereignet sich, etwas, das ich beabsichtigt hatte, zeigt eine ganz andere Wirkung… Und dann – geschieht das Magische: durch den Verlust der Kontrolle öffnet sich eine Tür in ein bislang völlig unbekanntes Land – wenn es ein guter Tag ist. Wenn nicht – landet manche Arbeit in der Mülltonne. Ein Ausschuss von 50 % gehört zum Profigeschäft dazu. Nur wenn die Arbeit in der Lage ist, sich wie der Phönix aus der Asche zu erheben, hat sie auch die nötige Kraft, um außerhalb des Ateliers zu bestehen. In diesem Sinne – herzliche Grüße

Wer sich schon einen Vorgeschmack auf die Messe in Karlsruhe gönnen möchte kann dies hier tun:

http://www.art-karlsruhe.de/de/home/homepage.jsp .

–  tanjamaria.e

The Author

Tanja Maria Ernst is a German-based artist - writes about her work

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